Schweigeminute für die ermordete Polizistin und den ermordeten Polizisten am Freitag, 4. Februar, 10 Uhr

Die Ermordung einer Polizistin und eines Polizisten im Landkreis Kusel am vergangenen Montag hat in unserem Bistum Entsetzen und Trauer ausgelöst. Bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle auf einer Kreisstraße bei Ulmet im Landkreis Kusel in unserem Nachbarbistum Speyer sind am 31. Januar eine 24jährige Polizeianwärterin und ein 29jähriger Polizeikommissar erschossen worden. Seit Dienstag sind zwei Tatverdächtige aus dem Saarland in Untersuchungshaft. Es ist derzeit davon auszugehen, dass die Männer Jagdwilderei vertuschen wollten.

Am Freitag, 4. Februar um 10 Uhr wollen die Menschen im Saarland und in Rheinland-Pfalz ihre Betroffenheit über diese brutale Tat durch eine Schweigeminute zum Ausdruck bringen. Die politisch Verantwortlichen haben die Kirchen gebeten, dass sie die Glocken läuten als Zeichen der Solidarität mit den Familien und Angehörigen. Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg lädt die Kirchengemeinden daher ein, sich dem Gedenken im Gebet anzuschließen und, wenn es möglich ist, die Schweigeminute durch das Glockengeläut zu unterstützen.

Gebet für die Opfer in Kusel

Tu deinen Mund auf für die Stummen
und für die Sache aller, die verlassen sind. (Sprüche 31,8)

Ja, stumm sind wir, mein Gott,
wie die Angehörigen der Opfer,
die die Hände vor den Mund schlagen.

Für uns ist es nur eine Nachricht:
zwei Schüsse, zwei Tote.
Für Familien, Freundinnen, Freunde
sind es zwei Liebste, zwei junge Leben.

Verloren die Tochter, die Geliebte, die Freundin.
Verstummt der Sohn, der Mann, der Freund.
Zurück bleiben Menschen, die sich verlassen fühlen.
Christus, erbarme dich, nimm sie in deine Arme.

Wir schreien, mein Gott,
mit denen, auf die sich alle verlassen:
Die Polizei, die nun fieberhaft arbeitet
und sich oft genug vergessen fühlt.

Wir schweigen, mein Gott,
mit denen, die ängstlich sind
und sich unsicher fühlen.
Bei der Polizei, den Angehörigen,
in der Bevölkerung.

Christus, erbarme dich, nimm sie in deine Arme.

Wir bangen und beten,
dass Polizisten geachtet werden,
dass die Täter gerecht verurteilt werden,
dass Gerechtigkeit siegt über Hass und Gewalt.

Für die Sache aller, die verlassen sind,
tun wir den Mund auf für die Stummen.

In der Stille
vertrauen wir uns dir an, Christus.
Erbarme dich und nimm uns
in deine Arme. AMEN

(Quelle: Bistum Speyer)

Autor:in: Redaktion (MLL)